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Neptunbrunnen: 1,2 Millionen Euro für Berlins Wahrzeichen am Roten Rathaus

Das Bezirksamt Mitte saniert eines der bekanntesten Denkmäler der Stadt. Bis Herbst sollen Becken, Figuren und Wasserspiele wieder im alten Glanz erstrahlen.

Von Henrik Dorn | 11. Mai 2026
Neptunbrunnen: 1,2 Millionen Euro für Berlins Wahrzeichen am Roten Rathaus © A.Savin / Wikimedia Commons (Free Art License)
Der Neptunbrunnen am Roten Rathaus wird bis Herbst 2026 umfassend saniert.

Berlins wohl bekannteste Brunnenanlage bekommt eine Frischzellenkur: Der Neptunbrunnen zwischen Rotem Rathaus und Marienkirche wird in den kommenden Monaten umfassend saniert. Das Bezirksamt Mitte investiert dafür rund 1,2 Millionen Euro.

Mit den Arbeiten wurde bereits begonnen, der Brunnen ist seit Anfang Mai eingezäunt.

Abgeschlossen sein soll die Sanierung bis zum Herbst 2026, pünktlich zum 135. Geburtstag der Anlage.

Was dich erwartet

Was am Brunnen gemacht wird

Im Mittelpunkt stehen das große Becken und die wasserführenden Bauteile.

Die Abdichtungen werden komplett erneuert, ebenso Pumpen, Düsen und Teile der Verrohrung im Untergeschoss.

Die fünf Bronzefiguren des Neptun und der vier weiblichen Allegorien werden vor Ort gereinigt, korrosionsgeschützt und neu patiniert.

Auch die roten Granitstufen rund um das Becken bekommen eine Instandsetzung, einzelne lose Platten werden ersetzt.

Warum die Sanierung jetzt nötig ist

Der Brunnen stammt aus dem Jahr 1891 und wurde von Reinhold Begas im Stil des Neobarock entworfen.

Witterung, Tauben und Vandalismus hatten in den vergangenen Jahren sichtbare Spuren hinterlassen, allein 2024 musste der Brunnen dreimal kurzfristig abgestellt werden.

Das Becken war zuletzt undicht, täglich gingen rund 8.000 Liter Wasser verloren, einzelne Figuren zeigten beginnende Korrosionsschäden am Bronzeguss.1

Die letzte umfassende Restaurierung liegt mehr als 20 Jahre zurück, sie fand 2002 statt.

Finanzierung aus Denkmalmitteln

Die 1,2 Millionen Euro stammen aus dem Denkmalpflegeprogramm des Landes Berlin und aus Mitteln des Bezirksamtes Mitte.

Rund 900.000 Euro trägt das Land, etwa 300.000 Euro steuert der Bezirk aus dem eigenen Bauunterhalt bei.

Damit zählt der Neptunbrunnen zu den drei größten Denkmalsanierungen des Bezirks in diesem Jahr.

Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung Ephraim Gothe (SPD) betont, dass es um mehr als nur Reparatur gehe.

"Ein Wahrzeichen, das alle kennen"

Der Neptunbrunnen sei ein Wahrzeichen, das jeder Berliner und jeder Tourist kenne, so der Stadtrat.

Solche Orte verdienten besondere Sorgfalt, auch weil sie das Stadtbild über Generationen prägen.

Nach Abschluss der Arbeiten soll der Brunnen wieder ganzjährig laufen, mit Ausnahme der Wintermonate ab November.

Die Beleuchtung wird zudem auf energiesparende LED-Technik umgestellt, der Stromverbrauch sinkt damit um geschätzt 60 Prozent.

Was Besucher jetzt erwartet

Während der Bauarbeiten ist der Brunnen eingezäunt und nicht zugänglich.

Wasser wird vorerst nicht fließen, auch die beliebte Sitzkante rund um das Becken ist gesperrt.

Die Wege rund um den Brunnen bleiben offen, sodass Fußgänger weiter zwischen Rotem Rathaus und Fernsehturm queren können.

Wer den Spaziergang trotzdem rund ums Rote Rathaus plant, findet in unserem Überblick zu den schönsten Parks in Mitte Alternativen für eine Pause im Grünen.

Bedeutung weit über Mitte hinaus

Der Neptunbrunnen wurde ursprünglich nicht für seinen heutigen Standort gebaut.

Bis 1969 stand er auf dem Schlossplatz vor dem Berliner Stadtschloss, nach dessen Sprengung wurde er an den Fuß des Fernsehturms versetzt.

Die vier Frauenfiguren am Beckenrand symbolisieren die damals wichtigsten Flüsse Preußens: Rhein, Weichsel, Oder und Elbe.

Jährlich passieren nach Schätzungen des Bezirks rund acht Millionen Menschen die Anlage, viele halten hier für ein Foto.

Zeitplan und nächste Schritte

Die Bauarbeiten laufen in mehreren Etappen.

Zunächst werden Becken und Sockel saniert, geplante Bauzeit dafür: etwa zehn Wochen.

Im Sommer folgen die Bronzefiguren, die in einer mobilen Werkstatt direkt vor Ort restauriert werden, ohne abtransportiert zu werden.

Im Herbst soll dann erstmals wieder Wasser sprudeln, geplant ist eine kleine Wiedereröffnung mit dem Bezirksamt und Vertretern der Denkmalpflege.

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Henrik Dorn
Henrik Dorn
Freier Journalist

Freiberuflicher Journalist mit Basis im Wedding. Berichtet seit über einem Jahrzehnt aus Berlin-Mitte und hat dabei gelernt, dass die spannendsten Geschichten selten am Touristenmagneten passieren.

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