Kein anderer Berliner Bezirk trägt seinen Namen so wörtlich wie Mitte. Hier kreuzen sich die Achsen der Stadt, hier stand die Mauer, hier residieren Bundestag und Bundespräsident, und hier liegen auf engstem Raum mehr Wahrzeichen, als die meisten Hauptstädte insgesamt vorzuweisen haben. Wer vom Brandenburger Tor zur Museumsinsel geht, durchquert in zwanzig Minuten preußische Repräsentation, geteilte Nachkriegsgeschichte und ein UNESCO-Welterbe.
Doch Mitte ist mehr als das Regierungsviertel und der Boulevard Unter den Linden. Zum Bezirk gehören der grüne Tiergarten, die Spandauer Vorstadt mit ihren Höfen und Synagogen, das alte Arbeiterviertel Moabit und im Norden Wedding und Gesundbrunnen mit ihren Parks auf Trümmerbergen. Diese 17 Orte zeigen den Bezirk in seiner ganzen Spannweite, vom berühmtesten Tor Deutschlands bis zum Bunkerberg über dem Humboldthain.
- 1. Brandenburger Tor
- 2. Reichstagsgebäude
- 3. Museumsinsel
- 4. Berliner Dom
- 5. Fernsehturm am Alexanderplatz
- 6. Gendarmenmarkt
- 7. Unter den Linden
- 8. Großer Tiergarten
- 9. Siegessäule
- 10. Nikolaiviertel
- 11. Hackesche Höfe
- 12. Neue Synagoge und Oranienburger Straße
- 13. Checkpoint Charlie
- 14. Gedenkstätte Berliner Mauer
- 15. Pergamonmuseum
- 16. Hamburger Bahnhof
- 17. Volkspark Humboldthain
1. Brandenburger Tor
© Thomas Wolf , www.foto-tw.de
Es ist das Wahrzeichen Berlins und das nationale Symbol schlechthin: 1788 bis 1791 errichtete Carl Gotthard Langhans das Brandenburger Tor als Stadttor im Stil des Frühklassizismus, ein Nachklang der Athener Akropolis am westlichen Ende der Straße Unter den Linden. Sechs dorische Säulenpaare tragen den Aufbau, über dem die Quadriga des Bildhauers Johann Gottfried Schadow steht, ein Viergespann mit der geflügelten Siegesgöttin.
Kaum ein Bauwerk hat so viel deutsche Geschichte gesehen. Napoleon ließ die Quadriga 1806 nach Paris verschleppen, 1814 kehrte sie zurück. Von 1961 bis 1989 stand das Tor im Sperrgebiet zwischen den Mauern, unzugänglich von beiden Seiten. Die Bilder der Maueröffnung am Brandenburger Tor gingen um die Welt.
Heute ist der Pariser Platz autofrei und fast immer belebt. Am schönsten wirkt das Tor in der Dämmerung, wenn die Quadriga angestrahlt wird. Der U-Bahnhof Brandenburger Tor und der gleichnamige S-Bahnhof liegen direkt darunter, vom Hauptbahnhof sind es nur wenige Minuten.
2. Reichstagsgebäude
© Jörg Braukmann
Wenige hundert Meter nördlich des Tores erhebt sich der Sitz des Deutschen Bundestags. Paul Wallot errichtete das Reichstagsgebäude 1884 bis 1894 im Stil der italienischen Hochrenaissance, der Schriftzug Dem Deutschen Volke wurde erst 1916 angebracht. Der Reichstagsbrand von 1933 und die Schlacht um Berlin 1945 hinterließen tiefe Spuren, die russischen Inschriften der Rotarmisten an den Wänden sind bei der Sanierung bewusst erhalten worden.
Nach dem Umbau durch den britischen Architekten Norman Foster zog 1999 der Bundestag ein. Sein Markenzeichen ist die gläserne Kuppel über dem Plenarsaal, über zwei spiralförmige Rampen begehbar. Von oben blickt man auf das Regierungsviertel und über die ganze Innenstadt, der Plenarsaal liegt sichtbar unter den Füßen, ein Sinnbild für Transparenz.
Der Besuch der Kuppel ist kostenlos, muss aber vorab angemeldet werden. Davor lohnt ein Gang um das Gebäude herum, vorbei am Spreebogen mit dem Bundeskanzleramt und den Parlamentsbauten, die das Band des Bundes über den Fluss spannen.
3. Museumsinsel
© Thomas Wolf , www.foto-tw.de
Auf der nördlichen Spitze der Spreeinsel entstand zwischen 1830 und 1930 ein in Europa einzigartiges Ensemble von fünf Museen. Den Auftakt machte Karl Friedrich Schinkel mit dem Alten Museum am Lustgarten, es folgten Neues Museum, Alte Nationalgalerie, Bode-Museum und schließlich das Pergamonmuseum. Seit 1999 trägt die Museumsinsel den Titel des UNESCO-Welterbes.
Die Sammlungen reichen von der Antike über das alte Ägypten bis zur Kunst des 19. Jahrhunderts. Die Büste der Nofretete im Neuen Museum, die wiederaufgebauten Räume nach Kriegszerstörung und der Skulpturenschatz im Bode-Museum gehören zu den meistbesuchten Objekten der Stadt. Verbunden sind die Häuser inzwischen durch die James-Simon-Galerie von David Chipperfield als gemeinsames Eingangsgebäude.
Die Insel erreicht man über die Schlossbrücke von Unter den Linden her oder über die Friedrichsbrücke. Wer nur außen bleibt, sollte trotzdem die Kolonnaden hinter der Alten Nationalgalerie suchen, einen stillen Säulengang mit Blick über den Fluss.
4. Berliner Dom
© Chainwit
Gleich neben der Museumsinsel, am Rand des Lustgartens, steht der Berliner Dom, die Oberpfarr- und Domkirche. Julius Raschdorff errichtete den wuchtigen Bau im Stil der italienischen Hochrenaissance und des Barock zwischen 1894 und 1905, im Auftrag Kaiser Wilhelms II. als evangelisches Gegenstück zum Petersdom. Die mächtige Kuppel beherrscht bis heute die Silhouette der Innenstadt.
Im Inneren beeindrucken die reich verzierte Predigtkirche und die Sauer-Orgel mit ihren über 7000 Pfeifen. In der Hohenzollerngruft unter der Kirche stehen rund 90 Sarkophage der preußischen Herrscherfamilie. Über einen Aufstieg gelangt man auf den Kuppelumgang, von dem aus sich Museumsinsel, Fernsehturm und Spree zu einem der schönsten Innenstadtblicke fügen.
Der Dom liegt direkt am Lustgarten, eine kurze Strecke von der Haltestelle Museumsinsel der U5 entfernt. Die breiten Treppenstufen vor dem Portal sind im Sommer ein beliebter Treffpunkt mit Blick aufs Wasser.
5. Fernsehturm am Alexanderplatz
© Neomicro
Mit 368 Metern ist der Fernsehturm das höchste Bauwerk Deutschlands und von fast überall in der Stadt zu sehen. Die DDR errichtete ihn zwischen 1965 und 1969 am Alexanderplatz als Symbol sozialistischer Modernität. Die silberne Kugel in 200 Metern Höhe spiegelt bei Sonnenschein ein Kreuz wider, das die Berliner spöttisch Rache des Papstes tauften.
In der Kugel liegen eine Aussichtsetage und ein sich drehendes Restaurant. Bei klarer Sicht reicht der Blick weit über die Stadtgrenze hinaus, im Vordergrund das Rote Rathaus, die Marienkirche und das Nikolaiviertel. Der Andrang ist groß, ein Online-Ticket mit Zeitfenster erspart die Warteschlange.
Rund um den Turm breitet sich der Alexanderplatz aus, der von der DDR-Stadtplanung geprägte zentrale Platz des alten Ostberlin. Die Weltzeituhr von 1969 und das Brunnenrund gehören dazu. Alle großen Linien treffen hier zusammen: S-Bahn, U2, U5, U8 und zahllose Trams und Busse.
6. Gendarmenmarkt
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Der Gendarmenmarkt gilt vielen als der schönste Platz Berlins. Seine Symmetrie ist einzigartig: In der Mitte steht das Konzerthaus von Karl Friedrich Schinkel aus den 1820er Jahren, gerahmt von zwei nahezu baugleichen Kuppelbauten, dem Deutschen Dom im Süden und dem Französischen Dom im Norden. Letzterer erinnert an die Hugenotten, die im 17. Jahrhundert nach Berlin flüchteten.
Vor dem Konzerthaus thront ein Schiller-Denkmal, ringsum säumen Restaurants und das traditionsreiche Hotel den Platz. Im Dezember verwandelt sich der Gendarmenmarkt in einen der stimmungsvollsten Weihnachtsmärkte der Stadt, wenn die Domtürme über den Buden leuchten.
Der Platz liegt im historischen Quartier der Friedrichstadt, wenige Schritte vom U-Bahnhof Französische Straße und von der Friedrichstraße entfernt. Am ruhigsten ist er am frühen Morgen, wenn die Sonne flach über die Säulenportale der beiden Dome fällt.
7. Unter den Linden
© Geoprofi Lars
Der berühmteste Boulevard Berlins verbindet das Brandenburger Tor mit der Schlossbrücke und der Museumsinsel. Seinen Namen verdankt er den Lindenbäumen, die schon im 17. Jahrhundert in mehreren Reihen gepflanzt wurden, zunächst als Reitweg der Kurfürsten zum Tiergarten.
Entlang der Allee reihen sich die Hauptwerke des friderizianischen Berlin: die Staatsoper, die Humboldt-Universität im einstigen Palais des Prinzen Heinrich, die Alte Bibliothek mit ihrer geschwungenen Fassade, die Neue Wache und das barocke Zeughaus, das heute das Deutsche Historische Museum beherbergt. Auf dem Bebelplatz erinnert ein gläsernes Bodendenkmal an die Bücherverbrennung von 1933.
Der Spaziergang die ganze Strecke entlang dauert kaum zwanzig Minuten und führt durch zwei Jahrhunderte preußischer Architektur. Reiterstandbild des Alten Fritz, Reiterhof der Universität und der Blick zum Fernsehturm am östlichen Ende gehören zum festen Bild. U-Bahnhöfe an beiden Enden machen den Boulevard bequem erreichbar.
8. Großer Tiergarten
© Marek Śliwecki
Der Große Tiergarten ist die grüne Lunge der Innenstadt, über zwei Quadratkilometer Park zwischen Brandenburger Tor und Zoologischem Garten. Was einst kurfürstliches Jagdrevier war, gestaltete der Gartenkünstler Peter Joseph Lenné im 19. Jahrhundert zu einer weitläufigen Landschaft mit Wiesen, Seen und geschwungenen Wegen um.
Nach dem Krieg war der Park fast vollständig abgeholzt, das Holz diente als Brennmaterial in den Hungerwintern. Die heutigen Bäume sind also überwiegend Nachkriegspflanzungen, der Eindruck eines alten Waldes täuscht. Verstreut liegen Denkmäler und Brunnen im Grün, dazu der idyllische Englische Garten und das Sowjetische Ehrenmal nahe der Straße des 17. Juni.
Im Sommer grillen ganze Familien auf den Wiesen, im Frühjahr blühen Krokusse rund um die Luiseninsel. Quer durch den Park führt die breite Straße des 17. Juni vom Brandenburger Tor zur Siegessäule. Die S-Bahnhöfe Tiergarten und Bellevue sowie der Bahnhof Zoo liegen an seinen Rändern.
9. Siegessäule
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Mitten im Tiergarten, auf dem Kreisverkehr Großer Stern, erhebt sich die Siegessäule. Heinrich Strack entwarf sie zur Erinnerung an die preußischen Einigungskriege, eingeweiht wurde sie 1873. Auf der über 60 Meter hohen Säule steht die vergoldete Siegesgöttin Victoria, von den Berlinern liebevoll Goldelse genannt.
Ursprünglich stand das Monument vor dem Reichstag, die Nationalsozialisten versetzten es 1938 im Zuge ihrer Welthauptstadtplanung an den heutigen Standort und erhöhten es um eine Säulentrommel. Über 285 Stufen einer engen Wendeltreppe gelangt man hinauf zur Aussichtsplattform unter der Victoria.
Von oben überblickt man die schnurgerade Straße des 17. Juni in beide Richtungen, das Brandenburger Tor im Osten, den Funkturm im Westen und das ganze Meer der Tiergartenkronen. Den Großen Stern erreicht man zu Fuß durch den Park oder über den nahen S-Bahnhof Bellevue, der Zugang führt durch einen Tunnel unter dem Kreisverkehr.
10. Nikolaiviertel
© A.Savin
Das Nikolaiviertel an der Spree gilt als die Keimzelle Berlins, hier liegt der mittelalterliche Ursprung der Doppelstadt Berlin-Cölln. Im Zentrum steht die Nikolaikirche, der älteste erhaltene Sakralbau der Stadt mit Wurzeln im 13. Jahrhundert. Ihre beiden spitzen Türme prägen das Bild des Quartiers.
Das verwinkelte Gassengeflecht, das man heute durchstreift, ist allerdings jünger, als es wirkt. Die DDR ließ das im Krieg zerstörte Viertel zur 750-Jahr-Feier Berlins 1987 neu errichten, teils mit historischen Fassaden, teils mit Plattenbauten in Altstadtform. Das Ergebnis ist ein bewusst nostalgisches Ensemble aus Kopfsteinpflaster, Gaststätten und kleinen Läden.
Wenige Schritte entfernt stehen das Rote Rathaus und das barocke Ephraim-Palais. Vom Spreeufer am Mühlendamm fällt der Blick zurück auf die Türme der Nikolaikirche. Der Alexanderplatz und das Rote Rathaus mit der U5 liegen in unmittelbarer Nähe.
11. Hackesche Höfe
© Arne Müseler
In der Spandauer Vorstadt nördlich der Museumsinsel liegen die Hackeschen Höfe, die größte zusammenhängende Hofanlage Deutschlands. Acht miteinander verbundene Innenhöfe wurden 1906 nach Plänen von Kurt Berndt und August Endell errichtet. Der erste Hof mit seiner glasierten Jugendstilfassade in Blau, Weiß und Grün ist ein Schaustück der Epoche.
Die Höfe verbanden von Anfang an Wohnen, Gewerbe und Vergnügen unter einem Dach. Heute reihen sich hier Boutiquen, Galerien, Cafés, ein Varieté und ein Kino aneinander. Gleich nebenan führt der Haus Schwarzenberg seinen rauen, unsanierten Gegenentwurf vor, mit Streetart, Museen zur NS-Zeit und Bars.
Das ganze Quartier rund um die Hackeschen Höfe, die Oranienburger und die Auguststraße ist eines der lebendigsten Ausgehviertel der Stadt. Die S-Bahn-Station Hackescher Markt liegt direkt davor, ihre Backsteinarkaden sind selbst ein Hingucker.
12. Neue Synagoge und Oranienburger Straße
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Die goldglänzende Kuppel der Neuen Synagoge ist von Weitem zu sehen. Eduard Knoblauch und Friedrich August Stüler errichteten den prächtigen Bau im maurischen Stil zwischen 1859 und 1866, mit Platz für rund 3000 Gläubige war er einst die größte Synagoge Deutschlands und ein Zeugnis des selbstbewussten jüdischen Lebens in Berlin.
In der Reichspogromnacht 1938 bewahrte ein mutiger Polizeioffizier das Gebäude vor der Brandstiftung, doch der Krieg zerstörte den großen Hauptraum. Erhalten und wiederhergestellt sind die Straßenfassade und der Kuppelbereich, die heute das Centrum Judaicum mit einer Dauerausstellung beherbergen. Eine begehbare Plattform gibt den Blick über das Viertel frei.
Die Oranienburger Straße, an der die Synagoge liegt, gehört zur historischen Spandauer Vorstadt, dem alten jüdischen Quartier. In den Bürgersteig eingelassene Stolpersteine erinnern an die Deportierten. Die S-Bahn-Station Oranienburger Straße liegt direkt vor der Tür.
13. Checkpoint Charlie
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An der Friedrichstraße, dort wo sie die Zimmerstraße kreuzt, lag der berühmteste Grenzübergang der geteilten Stadt. Checkpoint Charlie war der Kontrollpunkt für Diplomaten und Ausländer zwischen dem amerikanischen und dem sowjetischen Sektor. Im Oktober 1961 standen sich hier sowjetische und amerikanische Panzer gegenüber, einer der gefährlichsten Momente des Kalten Krieges.
Heute markiert ein rekonstruiertes Wachhäuschen die Stelle, dazu die berühmte Tafel You are leaving the American Sector in vier Sprachen und das großformatige Porträt eines Soldaten. Der Ort ist touristisch stark überformt, doch eine Freiluftausstellung entlang des Zauns und das benachbarte Mauermuseum erzählen die Geschichte der Teilung und der spektakulären Fluchtversuche.
Der Checkpoint liegt im Süden von Mitte, am U-Bahnhof Kochstraße der U6. Wer der Friedrichstraße nach Norden folgt, gelangt zu den großen Geschäftshäusern und schließlich zum Bahnhof Friedrichstraße, einst selbst Grenzbahnhof mit dem berüchtigten Tränenpalast.
14. Gedenkstätte Berliner Mauer
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Wer verstehen will, was die Berliner Mauer wirklich war, kommt an die Bernauer Straße. Hier verlief die Grenze mitten durch die Häuserzeile, die Vorderfront der Häuser stand im Osten, der Bürgersteig schon im Westen. Aus den oberen Fenstern sprangen Menschen in den Tagen nach dem 13. August 1961 in den Westen, bevor die Häuser zugemauert und abgerissen wurden.
Die Gedenkstätte bewahrt auf rund anderthalb Kilometern den letzten vollständig erhaltenen Abschnitt mit Mauer, Todesstreifen und Wachturm. Eine Aussichtsplattform gibt den Blick auf den originalen Grenzstreifen frei, Stelen markieren die Standorte gesprengter Gebäude, und das Fenster des Gedenkens erinnert namentlich an die Maueropfer.
Anders als am touristischen Checkpoint Charlie ist die Stimmung hier still und eindringlich. Das Dokumentationszentrum und die Versöhnungskapelle ergänzen den Freiluftbereich. Der Bahnhof Nordbahnhof der S-Bahn liegt mittendrin, die Straße trennt die Bezirke Mitte und Pankow.
15. Pergamonmuseum
© Raimond Spekking
Das Pergamonmuseum ist das meistbesuchte Haus der Museumsinsel und eines der bedeutendsten archäologischen Museen der Welt. Alfred Messel und Ludwig Hoffmann errichteten den dreiflügeligen Bau zwischen 1910 und 1930 eigens, um monumentale antike Architektur im Originalmaßstab aufzunehmen.
Berühmt ist das Museum für seine begehbaren Bauwerke: das leuchtend blaue Ischtar-Tor aus dem alten Babylon, die Prozessionsstraße, das römische Markttor von Milet und der namensgebende Pergamonaltar. Diese Stücke holen ganze antike Stadtbilder in die Säle, ein Erlebnis, das kein Foto ersetzt.
Wegen einer umfassenden Generalsanierung ist das Pergamonmuseum derzeit ganz oder teilweise geschlossen, einzelne Bereiche öffnen erst nach und nach wieder. Wer es besuchen will, sollte den aktuellen Stand vorab prüfen. Die Insel selbst und die übrigen Häuser bleiben in der Zwischenzeit zugänglich.
16. Hamburger Bahnhof
© Marek Śliwecki
Am Rand von Moabit, unweit des Hauptbahnhofs, steht der älteste erhaltene Bahnhof Berlins. Der Hamburger Bahnhof wurde 1847 als Kopfbahnhof der Strecke nach Hamburg eröffnet, doch schon nach wenigen Jahrzehnten gab er den Bahnbetrieb auf. Die klassizistische Fassade mit den beiden Ecktürmen blieb erhalten.
Seit 1996 beherbergt das Gebäude die Nationalgalerie der Gegenwart, eines der wichtigsten Häuser für zeitgenössische Kunst in Deutschland. In den weiten, lichten Hallen hängen Werke von Andy Warhol, Joseph Beuys, Anselm Kiefer und vielen anderen. Die langgestreckte ehemalige Güterhalle eignet sich besonders für raumgreifende Installationen.
Bei Dunkelheit umgibt eine blau-grüne Lichtinstallation von Dan Flavin den Bau und macht ihn schon von Weitem zum Blickfang. Der Hamburger Bahnhof liegt zu Fuß nur wenige Minuten vom Hauptbahnhof entfernt und verbindet so das touristische Zentrum mit dem ruhigeren Moabit.
17. Volkspark Humboldthain
© Fridolin freudenfett
Im Norden des Bezirks, im Ortsteil Gesundbrunnen, liegt der Volkspark Humboldthain, einer der grünen Schwerpunkte des alten Arbeiterviertels Wedding. Angelegt wurde er ab 1869 zum hundertsten Geburtstag Alexander von Humboldts, mit weiten Wiesen und einem prächtigen Rosengarten, der im Sommer in Hunderten Sorten blüht.
Sein markantestes Bauwerk stammt aus dem Krieg: ein gewaltiger Flakturm, den die Alliierten nach 1945 nicht vollständig sprengen konnten. Über den Ruinen wurde Trümmerschutt aufgeschüttet, so entstand der Humboldthöhe genannte Bunkerberg. Von der Aussichtsplattform auf dem Turm blickt man über die Dächer von Gesundbrunnen bis zum Fernsehturm.
Der Park bietet Spielplätze, ein Freibad und im Sommer Führungen durch die erhaltenen Bunkeranlagen. Mit dem S- und U-Bahnhof Gesundbrunnen an der nördlichen Ecke und dem S-Bahnhof Humboldthain ist er gut angebunden, und er zeigt eine Seite von Mitte abseits der großen Touristenpfade.
- Schiffbauerdamm und der Tränenpalast: Hinter dem Bahnhof Friedrichstraße liegt am Spreeufer der Schiffbauerdamm mit dem Berliner Ensemble, der Bühne von Bertolt Brecht. Gleich daneben steht der Tränenpalast, die einstige Ausreisehalle des Grenzbahnhofs, in der sich Reisende aus Ost und West unter Tränen verabschiedeten. Heute zeigt er eine sehenswerte Ausstellung zum Alltag in der geteilten Stadt, der Eintritt ist frei.
- Arminiusmarkthalle in Moabit: Mitten in Moabit steht eine der schönsten erhaltenen Markthallen Berlins von 1891, ein Backsteinbau mit gusseiserner Konstruktion. Unter dem hohen Dach mischen sich alteingesessene Fleischer und Gemüsehändler mit Weinbars, einer Brauerei und kleinen Imbissen aus aller Welt. Wer das echte, weniger glattgebügelte Mitte sucht, ist hier richtig, abseits jeder Reisegruppe.
- Engelbecken am Luisenstädtischen Kanal: An der Südgrenze von Mitte, dort wo der Bezirk an Kreuzberg stößt, liegt das Engelbecken, der wieder mit Wasser gefüllte Rest des alten Luisenstädtischen Kanals von Peter Joseph Lenné. Ein stiller Teich mit Café, gerahmt von Beeten und der Backsteinkirche St. Michael, deren Kuppel sich im Wasser spiegelt. Ein überraschend idyllischer Ort, durch den einst die Mauer verlief.
Mitte lässt sich an einem langen Tag kaum erschöpfen, und das ist der Reiz des Bezirks. Wer die großen Wahrzeichen zwischen Brandenburger Tor und Museumsinsel abläuft, hat das touristische Pflichtprogramm absolviert. Doch der eigentliche Charakter zeigt sich erst, wenn man weitergeht: in die Höfe der Spandauer Vorstadt, in den weiten Tiergarten, hinauf auf den Bunkerberg über Gesundbrunnen oder in die Markthallen von Moabit.
Am schönsten ist es, sich nicht zu hetzen. Vieles liegt zu Fuß beieinander, und zwischen zwei Sehenswürdigkeiten lohnt fast immer ein Abstecher ans Spreeufer oder in eine Seitenstraße. So wird aus der Liste der berühmten Orte ein eigener Streifzug durch den Bezirk, der die Mitte Berlins ist.