Berlin Mitte ist mit rund 400.000 Einwohnern der bevölkerungsreichste Bezirk Berlins und gliedert sich offiziell in zehn Ortsteile. Vom Regierungsviertel über das touristische Zentrum am Alexanderplatz bis zum Arbeitermoabit und dem multikulturellen Wedding versammelt der Bezirk eine außergewöhnliche Bandbreite an Stadtgeschichte und Lebensrealitäten.
Die folgende Übersicht stellt alle Ortsteile Mittes vor: ihre Lage, charakteristische Wahrzeichen, ungefähre Einwohnerzahl und das, was sie ausmacht. Sie ist eine erste Orientierung für alle, die sich im Bezirk neu zurechtfinden oder einen Überblick über die Vielfalt Mittes suchen.
Die 10 Ortsteile von Mitte im Überblick. Klick dich durch die Sektionen unten für Detailkarten.
Alexanderplatz
- Einwohner: ca. 62.000
- Lage: Im Zentrum von Mitte, östlich des Spreebogens
- Highlights: Alexanderplatz, Fernsehturm, Rotes Rathaus, Nikolaiviertel
- Charakter: Hochfrequenter Geschäfts- und Verkehrsknotenpunkt, dazu Plattenbau-Wohnen
Der Ortsteil Alexanderplatz reicht weit über den eigentlichen Platz hinaus. Sie umfasst das Nikolaiviertel mit dem ältesten Berliner Stadtkern, das Rote Rathaus als Sitz des Regierenden Bürgermeisters und den 368 Meter hohen Fernsehturm.
Wohnlich dominieren die Plattenbauten der DDR-Moderne entlang der Karl-Liebknecht-Straße und um die Mollstraße. Der Alex selbst ist täglich Anlaufpunkt für hunderttausende Pendler, Touristen und Einkäufer.
Wedding Zentrum
- Einwohner: ca. 56.000
- Lage: Im Süden des Weddings, zwischen Müllerstraße und Reinickendorfer Straße
- Highlights: Leopoldplatz, Schillerpark, Müllerstraße, U-Bhf Wedding
- Charakter: Migrantisches Arbeiter-Wedding, langsam in Veränderung
Wedding Zentrum bildet das Herz des traditionsreichen Arbeiterbezirks Wedding. Zentrale Achse ist die Müllerstraße als historische Geschäftsstraße mit Geschäften, Imbissen und Galerien.
Die soziale Vielfalt ist beträchtlich: alteingesessene Berliner, türkisch- und arabischstämmige Communities, jüngere Zugezogene. Der Schillerpark im Norden bietet einen der ältesten Volksparks Berlins.
Moabit West
- Einwohner: ca. 47.000
- Lage: Im Westen Moabits, zwischen Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal und Westhafen
- Highlights: Beusselkiez, Stephankiez, Westhafen, Großmarkt Beusselstraße
- Charakter: Dichter Gründerzeit-Wohnblock mit Migrationsgeschichte und Hafen-Industrie
Moabit West umfasst die Wohnkieze um die Beussel-, Stephan- und Turmstraße im westlichen Teil der Insel Moabit. Die Bebauung dominieren Gründerzeitblöcke aus der Wilhelminischen Zeit, ergänzt um Nachkriegslückenbau.
Im Süden des Stadtteils liegt der Westhafen, einer der wichtigsten Binnenhäfen Berlins. Soziale Heterogenität ist Markenzeichen: hier wohnen sowohl Alteingesessene als auch eine Vielzahl migrantischer Communities.
Parkviertel
- Einwohner: ca. 47.000
- Lage: Im Norden Mittes, zwischen Schillerpark und Rehberge
- Highlights: Rehberge, Goethepark, Schillerpark, Bergmannstraße
- Charakter: Grünes Wohnviertel mit ruhigen Lagen
Das Parkviertel ist einer der grünsten Ortsteile Mittes. Drei großzügige Parkanlagen, die Rehberge, der Goethepark und der Schillerpark, prägen das Bild.
Wohnlich bestimmen Mietshäuser aus den 1920er und 30er Jahren das Straßenbild, dazwischen liegen Reformsiedlungen wie die Schillerpark-Siedlung von Bruno Taut, heute UNESCO-Welterbe.
Moabit Ost
- Einwohner: ca. 44.000
- Lage: Im Osten Moabits, zwischen Hauptbahnhof, Spree und Berlin-Spandauer Schifffahrtskanal
- Highlights: Arminiusmarkthalle, Kleiner Tiergarten, Heilandskirche
- Charakter: Wohnmoabit mit Bürgerbauten, langsam aufgewertete Kieze
Moabit Ost erstreckt sich östlich des Beusselkiezes bis zum Hauptbahnhof. Prägend ist die Arminiusmarkthalle, eine der vier erhaltenen Berliner Markthallen aus dem 19. Jahrhundert, sowie der kleine, aber dichte Kleiner Tiergarten.
Wohnlich besteht der Stadtteil aus gut erhaltenen Gründerzeit-Quartieren, die sich seit den 2010er Jahren spürbar verteuern. Verkehrlich wirkt die Nähe zum Hauptbahnhof, der über den Lehrter Straße den Stadtteil im Osten begrenzt.
Brunnenstraße Nord
- Einwohner: ca. 40.000
- Lage: Nordwedding, beiderseits der Bornholmer Straße
- Highlights: Bösebrücke, Gesundbrunnen-Center, Mauerpark-Nord
- Charakter: Gemischtes Wohnviertel mit Pendlerverkehr und Bahn-Knoten
Brunnenstraße Nord erstreckt sich um den Bahnhof Gesundbrunnen, einen der wichtigsten Berliner Regionalbahnhöfe. Die Bösebrücke an der Bornholmer Straße war 1989 der erste geöffnete Grenzübergang nach Pankow.
Wohnlich dominieren Gründerzeitblöcke, durchsetzt von Nachkriegsbau und neueren Wohnquartieren. Das Gesundbrunnen-Center am Bahnhof ist die zentrale Einkaufsdestination des Nordens.
Osloer Straße
- Einwohner: ca. 39.000
- Lage: Zwischen Soldiner Straße, Osloer Straße und Pankgraben
- Highlights: Soldiner Kiez, Humboldthain, Brüsseler Kiez
- Charakter: Dichter Migrantenkiez mit Quartiersmanagement und sozialer Stadt
Der Ortsteil umfasst den Soldiner Kiez als sozial benachteiligten Schwerpunkt sowie den nördlich angrenzenden Brüsseler Kiez. Beide stehen seit Jahren im Fokus des Programms Soziale Stadt.
Geprägt wird der Stadtteil von gründerzeitlicher Blockbebauung mit hohem Anteil migrantischer Bevölkerung und engagierter Quartiersarbeit. Grünversorgung leistet der Humboldthain im Süden.
Brunnenstraße Süd
- Einwohner: ca. 33.000
- Lage: Südlich der Bernauer Straße zwischen Bergstraße und Schwedter Straße
- Highlights: Mauerpark, Schwedter Steg, Gedenkstätte Berliner Mauer
- Charakter: Trend-Wohngebiet zwischen Mauer-Erinnerung und Sonntags-Flohmarkt
Brunnenstraße Süd grenzt unmittelbar an Prenzlauer Berg und teilt sich den Mauerpark mit dem Nachbarbezirk. Die Bernauer Straße im Norden trägt die Gedenkstätte Berliner Mauer.
Wohnlich dominieren sanierte Gründerzeitbauten, durchsetzt von Neubauten der letzten zwei Jahrzehnte. Cafés, Galerien und kleine Läden geben dem Stadtteil seinen Charakter.
Tiergarten Süd
- Einwohner: ca. 16.000
- Lage: Westlich des Großen Tiergartens, südlich des Landwehrkanals
- Highlights: Kulturforum, Philharmonie, Neue Nationalgalerie, Potsdamer Platz
- Charakter: Kultur- und Verwaltungsdistrikt mit kompaktem Wohnen
Tiergarten Süd liegt zwischen dem Großen Tiergarten und dem Landwehrkanal. Hauptanziehungspunkt ist das Kulturforum mit Philharmonie, Neuer Nationalgalerie und Staatsbibliothek.
Im Nordosten grenzt der wiederaufgebaute Potsdamer Platz an. Wohnlich finden sich kompakte Quartiere rund um die Lützowstraße und das Schöneberger Ufer, gemischt mit Botschaften und Verwaltungsbauten.
Regierungsviertel
- Einwohner: ca. 14.000
- Lage: Im Spreebogen rund um Reichstag und Bundeskanzleramt
- Highlights: Reichstag, Bundeskanzleramt, Hauptbahnhof, Tiergarten Nord
- Charakter: Politisches Berlin mit Botschaften, Ministerien und wenig Wohnen
Das Regierungsviertel ist das funktional dichteste politische Quartier Deutschlands. Reichstagsgebäude, Bundeskanzleramt, Paul-Löbe-Haus und Marie-Elisabeth-Lüders-Haus liegen im Spreebogen.
Wohnen spielt hier eine geringe Rolle, ein paar Wohnstraßen finden sich rund um die Wilhelmstraße. Verkehrlich wirkt der Hauptbahnhof als zentraler Knoten.
Mehr Hintergrund zu Mitte: Kriminalitätsentwicklung in Mitte sowie Lebenshaltungskosten in Mitte.
Ausblick
Mitte verändert sich schnell. Großprojekte wie die Neubebauung am ehemaligen Flughafen Tegel im Nachbarbezirk, die Neugestaltung des Molkenmarkts in der Altstadt und der Ausbau der Friedrichstraße werden das Gesicht des Bezirks in den kommenden Jahren weiter prägen. Gleichzeitig wirken die alten Konflikte um Mieten, Verdrängung und soziale Mischung in vielen Quartieren fort.